Wir sind es Wert! Gemeinsamer Warnstreik zur Tarif- und Besoldungsrunde 2021


Zwei Tage vor dem Höhepunkt der Tarifverhandlungen haben Verdi, IG BAU, GdP und GEW zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen, um den Forderungen der Tarifbeschäftigten Nachdruck zu verleihen. Kundgebungen dazu fanden am Dienstag, 12. Oktober, in Kassel, Wiesbaden, Darmstadt und Gießen statt.

Auf dem Gießener Kirchenplatz fanden sich rund 350 Menschen zu einer farbenfrohen und lautstarken Versammlung zusammen. Die Veranstaltung war perfekt organisiert und moderiert vom mittelhessischen Verdi-Sekretär für Bildung, Wissenschaft und Forschung Peter Wadakur. Auftaktrednerin Sabine Leib (Verdi) stimmte die Versammlung auf die gemeinsamen Ziele ein: Die Beschäftigten des Landes leisten gute Arbeit, also sind sie auch einen anständigen Lohn Wert!


Für die GEW streikten, wegen der Schulferien, an diesem Tag nur die Hochschulbeschäftigten. So waren es dann auch Vera Weingart und Henning Tauche (wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte an der JLU) und die frisch gewählte stellvertretende GEW-Vorsitzende Simone Claar, die die gemeinsame Forderung nach Erhöhung der Einkommen um 5 Prozent, mindestens aber um
175 Euro, für den Bildungsbereich präzisierten. Weingart und Tauche sprachen sich entschieden für eine „Eindämmung des Befristungsunwesens an den Hochschulen“ aus, und dafür, dass die Hilfskräfte, die ein Drittel der Beschäftigten an den Unisausmachten, in den TV-H aufgenommen würden. Derzeit liefen sie als „Sachmittel“, was als Symbol für deren geringe Wertschätzung zu verstehen ist. Die, die „den Laden am Laufen“ hielten, bräuchten Planungssicherheit und Einhaltung der Mindeststandards wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

So prekär wie die Lage der Hochschul-Hilfskräfte sieht es in den Schulen nicht aus, da ja die Lehrer*innen zum größten Teil verbeamtet sind. Dennoch bildeten, trotz der Ferien, zahlreiche Lehrer*innen einen gut sichtbaren GEW-Block im Getümmel. Der Grund dafür ist, neben der selbstlosen Solidarität mit den Tarifbeschäftigten, unsere Forderung, das Tarifergebnis „zeit- und wirkungsgleich“ auf die Beamt*innen und Versorgungsempfänger*innen zu übertragen. Denn durch einen Streik so richtig Druck auf den Dienstherren zu entfalten, das gelingt den Beamt*innen ja alleine eher nicht. Randnotiz: Es waren vor allem diejenigen an den Fahnen, die den größten Teil
ihres Lebenseinkommens schon bezogen haben. Mögen die jüngeren sich also demnächst mit eifriger Beteiligung dafür revanchieren.

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