37 Schulen senden Protestbrief an das Hessische Kultusministerium

In diesem Brief äußern sich am 18.10.2018 die Personalräte der betroffenen Schulen angesichts der zunehmenden Belastung und Überlastung der Kolleginnnen und Kollegen besorgt um deren Gesundheit.

Sie weisen darauf hin, dass alle Lehrkräfte, die das Gerspräch mit den Personalräten gesucht haben, sehr motiviert und bereit sind, auch neue pädagogische Herausforderungen anzugehen und ihre pädagogische Arbeit neu auszurichten. Durch die Veränderung ihrer Arbeitbedingungen in den letzten Jahren sehen sich viele aber nicht mehr in der Lage, ihre persönlichen Ansprüche an eine qualitativ hochwertige Lehr- und Erziehungstätigkeit erfüllen zu können.

Es ergeben sich folgende Forderungen:

  • Senkung der Pflichtstundenzahl für Lehrer
  • Verbesserung der Bedingungen für inklusive Beschulung
  • Bessere Versorgung mit qualifiziertem Personal, u.a. IT-Fachkräfte
  • Berücksichtigung des veränderten Auftrags von Schule und der veränderten Arbeitsanforderungen an Lehrkräfte
  • Erhöhung der Schulleiter-, Schulleitungs- und Schuldeputate
  • Mindestanforderungen an Schulbauten und deren Ausstattung
  • Entlastung der Mentoren in der Lehrerausbildung
  • Schaffung von Möglichkeiten, den Schülern gerecht zu werden, die sich in den Schulen über Jahre nicht regelkonform verhalten
  • Abschaffung der Förderpläne für Regelschüler bei drohendem Leistungsversagen
  • Schnellere Besetzung von Planstellen mit verbeamteten Lehrkräften

Das Staatliche Schulamt zeigte schon anderntags eine erste Reaktion - bei einigen Schulleitern der betroffenen Schulen wurde von den Dezernenten des Schulamtes nachgefragt, wie der Prozess der Zustimmung zu den Inhalten des Briefes gelaufen sei. Offensichtlich herrscht im Schulamt und vermutlich auch im Kultusmisterium eine gewisse Aufregung darüber, dass sich Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Problemen nicht nur an das Ministerium, sondern auch an die Öffentlichkeit wenden.

Bleibt zu hoffen, dass sich im Interesse der Schülerinnen und Schülern und der Kolleginnen und Kollegen diese erste Aufregung legt und sich Staatliches Schulamt und Kultusministerium den genannten Problemen und Forderungen zuwenden.

>>>Text des Protestbriefes

>>>Artikel des Gießener Anzeigers zum Protestbrief

>>>Artikel der Gießener Allgemeinen Zeitung zum Protestbrief

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